Chronik

Aus der Geschichte des „Spremberger Philatelisten-Verein 1921 e.V.“

 

„Spremberger Philatelisten-Verein 1921 e.V.“ – aus der Vereinsbezeichnung ist schon zu ersehen, dass die Gründung bereits in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts erfolgte.

Die wechselvolle Geschichte der organisierten Philatelie in Spremberg ist in einer Chronik festgehalten. Einige Stationen der Vereinsgeschichte sollen daraus hier wiedergegeben werden.

 

Von der Gründung des Vereins bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

 

Im „Spremberger Anzeiger“ vom 29. Juni 1921 erschien die Mitteilung, dass es nach mancherlei Bemühungen gelungen ist, einen Philatelistenverein ins Leben zu rufen. Zu dessen Gründungsversammlung hatte sich eine erfreuliche Anzahl von Sammlern und Briefmarkenfreunden zusammengefunden.

Die Satzung wurde am 16. November 1922 bestätigt, eine Überarbeitung erfolgte nach den Jahren der Inflation im Jahr 1927.

Bis zum Jahr 1934 war der „Philatelisten-Verein Spremberg“ Mitglied im „Deutschen Philatelistenverband“, der 1935 vom „Reichsbund der Philatelisten“ abgelöst wurde. Dieser wurde dann 1938 in der Organisation „Kraft durch Freude“ zur „Gemeinschaft Deutscher Sammler“ zusammengeschlossen.

 

In der Zeit von 1921 bis 1945 waren etwa jeweils 30 bis 40 Sammler Mitglieder des Vereins. Neben der regen Versammlungstätigkeit gab es auch Initiativen zu Ausstellungen. Am 12. Dezember1937 fand eine Werbeveranstaltung im „Hotel zur Sonne“ statt, es gab zwei Sonderkarten mit Abbildungen des Wappens der Stadt Spremberg und des Gedenksteins „Mittelpunkt vom Deutschen Reiche“.

Sonderkarte braunSonderkarte grün  

1939 gab es eine interne Werbeschau im „Hotel zur Sonne“ und im Jahr 1943 eine Werbeschau in der Zentralwerkstatt der „Elektrowerke AG“ in Welzow.

 

Zum Kriegsende erlosch die Tätigkeit des Vereins, denn die Mitglieder konnten sich nicht entschließen, sich wieder zu organisieren.

 

 

Nach dem Ende des 2.Weltkriegs 1945 bis zum Ende der DDR 1990

 

Durch einen Befehl der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) waren zunächst alle Organisationen und Vereine verboten. Dennoch trafen sich einige jüngere Sammler heimlich in einer Wohnung und später, im Jahr 1947, im „Hotel zur Post“ als „Gäste“.

 

Im Oktober 1948 gelang es dann, eine „Gemeinschaft der Briefmarkensammler“ offiziell zu gründen. Diese Sammlergemeinschaft wurde 1949 in „Sektion Philatelie im Kulturbund zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands, Ortsgruppe Spremberg“ umbenannt. Der Neuaufbau einer philatelistischen Organisation in der DDR erfolgte im April 1949 als „Philatelistenverband der DDR im Deutschen Kulturbund“.

 

Der Spremberger Verein hatte eine wechselnde Mitgliederzahl. In den 60er und 70er Jahren etwa 100 (!), später in den 80er Jahren immerhin etwa 70 Sammlerinnen und Sammler.

Es gab in diesen Jahren ein interessantes und abwechslungsreiches Vereinsleben mit Tauschabenden, Fachvorträgen, Rundsendedienst, Auslands-Abo, Weihnachtsfeiern, Jugendarbeit usw.

Selbstverständlich gab es auch einen regen Auslandstausch.

Wichtig waren ebenso der gemeinsame Besuch von Ausstellungen sowie die aktive eigene Ausstellungstätigkeit von Vereinsmitgliedern.

So stellte der langjährige Vereinsvorsitzende Gerhard Schmidt seine „Frankreich-Sammlung“ zur „II. DEBRIA“ 1959 aus.

Nach einigen Werbeschauen in den Jahren 1947/48, 1957/58 und 1960/61 begann die Zeit der Briefmarkenausstellungen mit Wettbewerbscharakter, bei denen Bewertungen vorgenommen wurden.

 

Im Einzelnen waren dies:

 

1963    1. Kreis-Briefmarkenausstellung in der Kommunalen Berufsschule Spremberg

1965    2. Kreis-Briefmarkenausstellung in der Kommunalen Berufsschule Spremberg

1968    3. Kreis-Briefmarkenausstellung im Kreiskulturhaus Spremberg

1973    4. Kreis-Briefmarkenausstellung im Kreiskulturhaus Spremberg im Rahmen der Hobbyschau des
             Spremberger Kulturbundes „Freizeit-Kunst und Lebensfreude“

1977    5. Kreis-Briefmarkenausstellung im Kreiskulturhaus Spremberg

1979    Gemeinsame Briefmarkenausstellung der AG Hoyerswerda und AG Spremberg in Hoyerswerda

1981    6. Kreis-Briefmarkenausstellung im Kreiskulturhaus Spremberg

1985    Bezirks-Briefmarkenausstellung der Jugend des Bezirkes Cottbus im Kreiskulturhaus Spremberg

Beleg zur Ausstellung 1985

1987    7. Kreis-Briefmarkenausstellung im Kreiskulturhaus Spremberg

Beleg zur Ausstellung 1987

 

Die Spremberger Sammler im vereinten Deutschland seit 1990

 

Der „Philatelistenverband der DDR“ wurde aufgelöst.

Umgehend wurden aber in Spremberg Initiativen entwickelt, um das organisierte Briefmarkensammeln weiterzuführen.
Die Gründungsversammlung des „Spremberger Philatelisten-Verein 1921 e.V.“ fand am 27. Oktober 1990 statt.

25 Mitglieder der bis dahin ca. 77 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft traten dem Verein bei.

Unter den neuen Bedingungen ging die bewährte Arbeit weiter. Die Verbindung zum Spremberger Kulturbund wurde aufrechterhalten, indem mit diesem eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen wurde. Die Zusammenarbeit hat sich bis heute als günstig für beide Seiten erwiesen.

 

Einen besonderen Aufschwung erlebte die Jugendarbeit ab 1994. Unter der Leitung von Heinz Urbank fand sich eine Gruppe von jungen Briefmarkensammlern zusammen. Die Zahl der „Jungen Briefmarkenfreunde Spremberg“ schwankte zwischen 10 bis 12 Kindern und Jugendlichen.

Schwerpunkte bei der Arbeit waren die Vermittlung von philatelistischem Rüstzeug und die Anleitung zum Aufbau eigener Ausstellungsobjekte.

Dabei entstanden im Laufe der Jahre viele interessante Objekte, die deutschlandweit, aber auch international gezeigt wurden. Allein die Zahl von über 200 verliehenen Urkunden , die eine Bewertung von „Bronze“ bis „Gold“ von Rang 3 bis Rang 1 aber auch die Vergabe von Sonderpreisen belegen ,verdeutlichen die hervorragende Arbeit von Heinz Urbank. Leider verstarb dieser im Dezember 2009. Ein Mitglied der „Erwachsenen“ Spremberger Philatelisten versucht nun diese Arbeit weiterzuführen.

 

Um an die Traditionen der Spremberger Briefmarkenausstellungen anzuknüpfen, wurde 1993 in der Gaststätte „Ratskeller“, anlässlich des Heimatfestes eine Werbeausstellung veranstaltet.

Hier wurden Briefmarkensammlungen und historische Ansichtskarten gezeigt.

 

Einen besonderen Höhepunkt stellte im Jahr 1996 das 75jährige Jubiläum des „Spremberger Philatelisten-Verein 1921 e.V.“ dar. Aus diesem Anlass bewarben wir uns zum ersten Mal um die Ausrichtung des „Tag der Briefmarke“ für den Landesverband der Philatelisten Brandenburgs. Wir organisierten dazu eine gemeinsame Ausstellung mit dem Spremberger Kulturbund und dem Freizeitzentrum „Bergschlösschen“. Das Motto „Freizeit, Kunst und Lebensfreude“ wählten wir dabei bewusst in Anlehnung an die Ausstellung von 1973 um vor allem auch die Vielseitigkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung zu verdeutlichen. Dieser Tradition folgend richtete unser Verein auch in den Jahren 2001 zum 80jährigen Vereinsjubiläum und 2006 zum 85jährigen Bestehen unseres Vereins die „Tage der Briefmarke“ für den Landesverband der Philatelisten Brandenburgs aus.

Am 22. Oktober 2011 fand die Feierstunde anlässlich des 90jährigen Jubiläums unseres Vereins statt.
Außerdem richtete unser Verein an diesem Tag auch die Festveranstaltung des Landesverbandes der Philatelisten Brandenburgs zum "Tag der Briefmarke 2011" aus.